

Stuttgart 08. Mai 2013 - Um dem akuten Pflegenotstand entgegenzuwirken, startete der Deutsche Pflegerat diese Woche seine neue Kampagne "Ich will Pflege!". Das Ziel des DPR ist die Mobilisierung der Öffentlichkeit, um notwendige Lösungen für den Pflegebereich in Zusammenarbeit mit der Politik zu ermöglichen.
Der Deutsche Pflegerat e. V. fordert mittels einer bundesweiten Kampagne unter dem Titel "Ich will Pflege!" Lösungen, um dem Pflegenotstand in Deutschland entgegenzuwirken. Sie soll Pflegekräfte sowie die breite Öffentlichkeit dazu motivieren, Druck auf die Verantwortlichen in der Gesundheitspolitik auszuüben. Die Zukunftssicherung der Pflege ist hierbei das oberste Ziel. "Der Pflegenotstand muss als drängendes gesamtgesellschaftliches Problem anerkannt werden", sagt Andreas Westerfellhaus, Präsident des DPR. "Deutschland braucht jetzt ein parteiübergreifendes Commitment zur Neustrukturierung der professionellen Pflege - unabhängig von Legislaturperioden, Regierungskoalitionen und Parteiinteressen", argumentiert Herr Westerfellhaus bezugnehmend auf die anstehende Bundestagswahl im September 2013 weiter. Die Kampagne setzt darauf, der neuen Bundesregierung bereits vor ihrem Amtsantritt die Forderungen der Berufsangehörigen der Pflege deutlich zu machen.
Deutschland steht nach aktuellen Studien vor dramatischen Entwicklungen hinsichtlich der Pflege-Versorgung in den nächsten Jahrzehnten. Denn zum einen werden ab 2015 die geburtenstarken Jahrgänge in Rente gehen, zum anderen wird sich die Zahl der Pflegebedürftigen mittelfristig verdoppeln, was den Bedarf an Pflegekräften um nahezu 150 Prozent bis ins Jahr 2050 steigen lässt.
Doch auch bereits heute herrscht Unmut unter den Pflegenden in Deutschland. Denn obwohl sie mit rund 1,2 Millionen Personen die größte Berufsgruppe innerhalb unseres Gesundheitswesens darstellen, ist der Arbeitsalltag geprägt von hoher Arbeitsbelastung, großer Verantwortung, Schichtarbeit und unangemessener Bezahlung. Insbesondere der Mangel an qualifiziertem Nachwuchs ist ein Problem, das den Pflegealltag zur dauernden Herausforderung macht.
Um dem entgegenzuwirken hat der DPR konkrete Forderungen in Form von Wahlprüfsteinen erarbeitet. Auf der Internetseite der Kampagne finden Sie weitere Informationen. Auch können Sie sich aktiv an der Kampagne beteiligen und zur Verbreitung der Förderungen des DPR beitragen.
Der Verband der Schwesternschaften vom Deutschen Roten Kreuz e. V. ist als Dachorganisation der DRK-Schwesternschaften einer von 15 Mitgliedsverbänden im DPR. Die Württembergische Schwesternschaft vom Roten Kreuz e. V. selbst engagiert sich auf Länderebene im Landespflegerat Baden-Württemberg.
