

Berlin, 26.10.2015 - Der Verband der Schwesternschaften vom DRK (VdS) bekräftigt erneut die Relevanz der generalistischen Pflegeausbildung.
Der Verband der Schwesternschaften vom DRK e.V. (VdS) sieht die Aussage des CDU-Abgeordneten Erwin Rüddel, dass die generalistische Pflegeausbildung noch einmal überdacht werden müsse, kritisch und bekräftigt sein Bekenntnis zur Generalistik. "Mit einer Zusammenführung der Pflege-Ausbildungen wird den zunehmend komplexer werdenden Anforderungen an die Pflegekräfte Rechnung getragen. Statt wie bisher die einzelnen Lebensphasen als konstituierend für verschiedene Pflegeausbildungen anzusehen, ist ein am gesamten Lebensverlauf orientiertes Verständnis von Krankheit und Pflegebedürftigkeit und damit ein einziger Pflegeberuf bei der heutigen Versorgungslage wesentlich sinnvoller", argumentiert die Präsidentin des VdS, Generaloberin Gabriele Müller-Stutzer. "Wir hoffen, dass mit dem angekündigten Referentenentwurf der zuständigen Ministerien zum Pflegeberufegesetz die aktuell aufgeworfene Diskussion zur Grundsatzfrage der Generalistik qualifiziert beendet wird", erklärt die Präsidentin weiter.
Mit einer generalistischen Pflegeausbildung sollen Pflegekräfte künftig auf ein präventives, kuratives, rehabilitatives, palliatives und sozial-pflegerisches Handeln vorbereitet werden. "Den Auszubildenden ist durch ein gemeinsames Curriculum Kompetenz aus allen Handlungsfeldern der Pflege zu vermitteln, ihnen soll so ein breites Spektrum an Handlungs- und Einsatzoptionen zur Verfügung gestellt werden", erklärt die VdS-Präsidentin weiter. Nur wenn alle Kompetenzen der Pflege zusammenfließen, könne die große Anzahl von kranken und alten Menschen mit komplexen Bedarfslagen auch in Zukunft wirksam versorgt werden. "Bereits heute sind Fort- und Weiterbildungen in einzelnen Spezialhandlungsfeldern nötig, da die Bedarfe mit der derzeitigen Ausbildung nicht abschließend abgedeckt sind", argumentiert Müller-Stutzer weiter. In Zukunft bleibt die Möglichkeit, dass auf die generalistische Ausbildung eine Spezialisierung folgt, um verschiedene fachspezifische Kompetenzen zu erweitern. Der Verband der Schwesternschaften hatte dies bereits im Jahre 2010 in seinem Berufslaufbahnkonzept aufgezeigt.
Die Sorge ausgesuchter Verbände, mit der generalistischen Ausbildung den Fachkraftmangel in der Altenpflege weiter voranzutreiben, ist ernst zu nehmen. Dennoch ist die pauschal ablehnende Haltung der Altenpflege ohne das Aufzeigen einer zukunftsorientierten Alternative zur generalistischen Ausbildung nicht zu akzeptieren.
