

Berlin, 21.07.2015 - Nachdem Rheinland-Pfalz bereits letztes Jahr mit dem Aufbau einer Pflegekammer als deutschlandweit erstes Bundesland startete, zieht nun Schleswig-Holstein nach. Die DRK-Schwesternschaften im Norden stehen begeistert in den Startlöchern.
In der vergangenen Woche hat der Landtag in Schleswig-Holstein nach langen Debatten das Kammer-Errichtungsgesetz erlassen. Der Verband der Schwesternschaften vom DRK e.V. (VdS) ist hoch erfreut, dass mit Schleswig-Holstein nun das zweite Bundesland mit dem Aufbau einer Pflegekammer beginnt. "Es ist schön zu sehen, dass das Votum der professionell Pflegenden doch Gehör in der Politik findet", kommentiert die Präsidentin des VdS, Generaloberin Gabriele Müller-Stutzer, die Entscheidung, die aus ihrer Sicht mehr als überfällig war.
"Mit Frau Ministerin Kristin Alheit hatten wir eine Kämpferin an unserer Seite, die sich immer für die Errichtung einer Pflegekammer ausgesprochen hat. Sie stand hinter unserer Forderung, dass eine gemeinsame Selbstverwaltung der Pflegenden der entscheidende Schlüssel zur Ausgestaltung des Berufsfeldes ist", erklärt die Präsidentin des VdS. Sie gratuliert den Mitgliedern der DRK-Schwesternschaften in Schleswig-Holstein und allen berufspolitisch engagierten Pflegekräften herzlich zu diesem Erfolg. Darüber hinaus ruft sie die berufspolitisch interessierten Vertreterinnen der DRK-Schwesternschaften auf, von Anfang an dabei zu sein, die Kammer als "Stimme der Pflege" mitzugestalten.
Gerade vor dem Hintergrund der Reform der Pflegeausbildung und der Umverteilung der Aufgaben im Gesundheitswesen ist es aus Sicht des VdS unerlässlich, dass sich das berufspolitische Gewicht der Pflege entsprechend in einer Kammer wiederfindet. "Die Pflegekammer ist ein wichtiges Instrument, um den pflegerischen Interessen Nachdruck zu verleihen", führt Generaloberin Müller-Stutzer aus. "Natürlich wissen wir, dass durch die Pflegekammer der Beruf per se nicht attraktiver wird. Aber die Pflegenden können sich gegenüber anderen Berufsgruppen besser positionieren, sind auf politischer Ebene eingebunden und können an der Verbesserung der eigenen Arbeitsbedingungen aktiv mitwirken", argumentiert die Präsidentin.
