

Berlin, 15. April 2014 Der VdS steht für menschliche professionelle Pflege und setzt sich seit Jahren für eine einheitliche kostenfreie Ausbildung ein.
Gestern hat Frank Plasberg in seiner Sendung hart aber fair sich dem Thema Die teure Reform macht mehr Geld die Pflege besser? gewidmet. Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe stellte seine Pläne vor, private und professionelle Pflege ambulant wie stationär mit mehr Geld zu fördern. Ich bin enttäuscht vom Vertreter der Pflegenden, der sich bei Herrn Gröhe für mehr Geld bedankte und darauf hinwies, dass dies genutzt werde, um mehr professionelle Pflegefachkräfte einzustellen. Leider kam mir bei dieser Diskussion viel zu kurz, woher wir künftig dieses Mehr an examinierten Pflegekräften nehmen sollen, kritisiert die Präsidentin des Verbandes der Schwesternschaften vom DRK e.V., Generaloberin Brigitte Schäfer.
Es verwundert mich zudem, dass lediglich der Bundesgesundheitsminister die unattraktiven Rahmenbedingungen, die im Pflegeberuf herrschen, angesprochen hat. Hier hätte ich mir einen starken Vertreter der Pflegeberufe als Teilnehmer gewünscht. Es geht hier um hilfe- und pflegebedürftige Menschen, da sollte der Fokus aus meiner Sicht nicht ausschließlich in der Diskussion auf dem Geld liegen, führt die Präsidentin weiter aus. Auch wir begrüßen die angekündigte Pflegereform von Bundesgesundheitsminister Gröhe sehr, erklärt Schäfer weiter. Wir sind jedoch zurückhaltend. In der Vergangenheit wurden immer wieder große Veränderungen angekündigt wie das Jahr der Pflege. Passiert ist dann jedoch nahezu nichts. Wir hoffen, dass es dieses Mal anders ist, kommentiert die Präsidentin zurückliegende Versprechen seitens des Bundesgesundheitsministeriums.
Wir warnen jedoch davor, die fehlenden Pflegekräfte aus dem Ausland anwerben zu wollen und parallel Arbeitslose bzw. Familienmitglieder als Ersatz für fehlende professionelle Pflegefachkräfte pflegen zu lassen. Eine Pflegefachkraft wird man nicht, weil man beruflich in eine Sackgasse geraten ist und als Ausweg eine Ausbildung in der Pflege aufgezeigt bekommt. Und auch die Pflege eines Angehörigen qualifiziert nicht, professionell zu pflegen. Es gehört viel mehr Know How dazu, diesen Beruf auszuüben und ich finde es sehr schade, dass sich in der Bevölkerung offensichtlich der Irrtum hält, dass Pflege jeder kann, sagt Generaloberin Schäfer als Reaktion auf die gestrige Sendung. Die Familie als Stütze ist immens wichtig, jedoch ersetzt sie ab einem bestimmten Punkt der Pflegeintensität nicht die professionell examinierte Pflegekraft, stellt die Präsidentin des VdS weiter fest. Sie war beeindruckt vom Bundesgesundheitsminister und seinem Engagement und hoffe sehr, dass diese Reform auch wirklich bald umgesetzt werde.
Der Verband der Schwesternschaften vom DRK e.V. sieht sich selbst als Anwalt der Menschlichkeit in der Pflege und hat sich bereits vor Jahren selbst berufsethische Grundsätze gegeben, die sich an den sieben Rotkreuzgrundsätzen ausrichten. Fort- und Weiterbildung stehen bei den Rotkreuzschwestern seit jeher im Fokus. Daher sind sie ein wichtiger Garant, um die professionelle Pflege vor Ort sicherzustellen.
Neben der Fort- und Weiterbildung wird auch die Ausbildung bei den 33 DRK-Schwesternschaften in Deutschland groß geschrieben. In 69 eigenen Schulen werden jährlich knapp 4.000 Schülerinnen und Schüler auf den Pflegeberuf vorbereitet. Generaloberin Schäfer begrüßt daher die Forderung von Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig, die eine kostenfreie Pflegeausbildung durchsetzen möchte. Wir plädieren seit Jahren dafür, zum einen die Pflegeausbildungen zusammenzulegen, zum anderen für die Ausbildung zur Altenpflegerin nicht auch noch Geld mitbringen zu müssen. Die Pflegeausbildung muss frei von Schulgeld auf neue Füße gestellt werden, appelliert Schäfer an die Bundesregierung. Es müsse hier endlich gehandelt werden. Den jahrelangen Worten müssten endlich Taten folgen.
