

Berlin, 19. September 2014 - Der Verband der Schwesternschaften vom DRK e.V. fordert, die Patienten und deren Versorgung in den Fokus zu nehmen.
Nachdem der CDU-Gesundheitspolitiker und Vorsitzende des Marburger Bundes der Substitution ärztlicher Leistungen eine klare Absage erteilt hat, zeigt sich die Präsidentin des Verbandes der Schwesternschaften vom DRK e.V. (VdS), Generaloberin Brigitte Schäfer, irritiert: "Ich bin erschüttert, dass wir schon wieder einen Schritt zurück gehen in der Debatte um Kompetenzen der professionell Pflegenden. Die Realität zeigt, dass bereits heute Fachpflegekräfte, deren Ausbildung mit Fachweiterbildung insgesamt fünf Jahre umfasst, verantwortliche und therapierelevante Leistungen in hohem Maße eigenverantwortlich erbringen.
Es gibt zudem Modellprojekte zur Neuorganisation der Aufgaben zwischen Pflegepersonal und Ärzten im Krankenhaus, die belegen, dass Pflegekräfte heilberufliche Tätigkeiten übernehmen können und dass dadurch erwiesenermaßen die Fallkosten und durchschnittlichen Verweildauern deutlich gesenkt werden können. "Die Professionalisierung der Pflegekräfte in Deutschland nimmt stetig zu, Studiengänge in der Pflege gehören heute schon ins Portfolio vieler Universitäten und Fachhochschulen. Der Blick über die deutsche Grenze hinaus zeigt, dass in anderen europäischen Ländern viele der ärztlichen Tätigkeiten bereits von sogenannten ANP - Advanced Nurse Practicioners, Pflegekräften mit Masterabschluss - übernommen werden", erklärt Generaloberin Schäfer weiter.
Aus dem aktuellen Gutachten des Sachverständigenrates zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen "Bedarfsgerechte Versorgung. Perspektiven für ländliche Regionen und ausgewählte Leistungsbereiche" gehe eindeutig hervor, dass immer weniger Ärzte auf dem Land praktizieren. "Auch eine Anstellung in dort ansässigen Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) werde die Versorgung der Patienten auf dem Land nicht auf Dauer sicherstellen", führt die Präsidentin des VdS aus. In Zukunft geht es vor allem darum, zukunftsorientiert die Versorgung der Patienten in der Fläche sicherzustellen. "Uns liegt das Wohl und die Gesundheit der Patienten am Herzen. Daher geht es uns darum, zukunftsfähige Konzepte zur Sicherstellung ihrer Versorgung zu entwickeln und nicht mit Macht auf überholte Strukturen zu pochen. Und wir professionell Pflegenden sind sehr wohl in der Lage und auch bereit, mehr Verantwortung zu übernehmen", führt Generaloberin Schäfer weiter aus. "Gerade vor dem Hintergrund des demografischen Wandels sind professionelle Pflegekräfte unverzichtbar für die Versorgung der Patienten und müssen mehr Eigenverantwortung bekommen", fordert die Präsidentin.
